Kieferorthopädie in Homberg - Markus Nolte
Kieferorthopädie in Homberg - Markus Nolte

Die beste Putztechnik

 

Mit System!

Die folgenden Tipps gelten, ob Sie von Hand oder mit der elektrischen Zahnbürste putzen. Der einzige Unterschied: Wenn Sie von Hand putzen, müssen Sie selbst mit der Bürste "rütteln".

Seien wir mal ehrlich: Beim Zähneputzen denken Sie an alles Mögliche, aber nicht an´s Zähneputzen: An die letzte Nacht. Was Sie heute im Büro erwartet. Oder was Sie heute kochen wollen. Mit der Zeit schleicht sich ein Automatismus ein, wie Sie Ihre Zähne putzen. Das kann in ungünstigen Fällen dazu führen, dass manche Zähne einfach "vergessen" werden: Zum Beispiel, wenn man von der linken auf die rechte Seite schwenkt und die Schneidezähne einfach "übersieht".

Unser erster Tipp deshalb: Putzen Sie Ihre Zähne systematisch der Reihe nach, so wie unten beschrieben. Wenn sich das einmal eingespielt hat, dürfen Sie beim Zähneputzen wieder träumen.

Wie lange sollten Sie putzen?

Wenn Sie von Hand putzen, mindestens 3 Minuten. Wenn Sie elektrisch putzen, mindestens 2 Minuten. Für Kinder empfiehlt es sich, eine Zahnputzuhr zu verwenden. Manche elektrischen Zahnbürsten spielen auch ein Lied ab, das die Länge des Putzens vorgibt.

 

Kennen Sie KAI?

Die KAI-Putzsystematik: 1. Kauflächen, 2. Außenseiten, 3. Innenseiten (© proDente e.V.)
Die KAI-Putzsystematik: 1. Kauflächen, 2. Außenseiten, 3. Innenseiten

 

KAI steht für "Kaufläche", "Außen" und "Innen". In dieser Reihenfolge sollten Sie Ihre Zähne putzen:

  • Beginnen Sie damit, dass Sie die Kauflächen Ihrer Zähne links und rechts, im Ober- und im Unterkiefer putzen.
  • Reinigen Sie dann alle Außenflächen: Von hinten links bis hinten rechts und im Ober- und Unterkiefer.
  • Dann putzen Sie in der gleichen Weise die Innenflächen.

Zu den Außenseiten gehören auch die Rückflächen der letzten Zähne, die etwas schwerer zu erreichen sind: Schließen Sie den Mund etwas, damit Sie den Bürstengriff um 90 Grad nach außen schwenken und mit dem Bürstenkopf diese Rückflächen putzen können.

 
Borsten mit ca. 45 Grad Richtung Zahnfleisch ansetzen (© proDente e.V.)
Borsten mit ca. 45 Grad Richtung Zahnfleisch ansetzen
 
 

45 Grad, rütteln, auswischen!

 

Setzen Sie den Borstenkopf außen und innen schräg mit ca. 45 Grad Richtung Zahnfleisch an und machen Sie eine Rüttelbewegung auf der Stelle. Danach schwenken Sie den Borstenkopf Richtung Kauflächen. Mit dem Rütteln lösen Sie den Zahnbelag. Mit dem Schwenken wischen Sie ihn vom Zahnfleisch und der Zahnoberfläche weg.

Mit einer elektrischen Zahnbürste brauchen Sie natürlich nicht zu rütteln. Aber Sie sollten den Kopf auch schwenken, um den gelösten Belag zu entfernen. So reinigen Sie Zahn für Zahn wie oben bei der KAI-Technik beschriebe

 
So kontrollieren Sie den richtigen Druck beim Zähneputzen (© proDente e.V.)
So kontrollieren Sie den richtigen Druck beim Zähneputzen
 
 

Schrubben ist out!

 

Was Sie auf keinen Fall tun sollten: Hin und her schrubben. Damit kommen die Borsten der Bürste nicht richtig in die Zahnzwischenräume. Das Putzergebnis ist also nicht so gut. Was aber noch schlimmer ist: Kräftiges Schrubben führt langfristig zu Zahnfleischrückgang und macht die Zähne allmählich empfindlich.

Viele Menschen meinen es zu gut: Sie drücken zu kräftig mit der Bürste, weil sie glauben, damit ihre Zähne besser zu reinigen. Wozu? Zahnbelag nach dem Essen ist weich. Er lässt sich auch ohne Druck entfernen. Starker Druck beim Putzen ist also nicht nur unnötig. Er führt auch zu dauerhaften Schäden:

Zahnfleisch kann zurück gehen

Das Zahnfleisch geht allmählich zurück. Ein Teil der Zahnwurzel wird dadurch freigelegt (der sog. Zahnhals). Da er keine so harte Oberfläche wie der Zahnschmelz hat, wird er nach und nach abgeschmirgelt. Es entstehen feine Rillen am Zahnhals, die allmählich zu tiefen Kerben werden, die man mit dem Fingernagel spüren kann. Das ist aber noch nicht alles:

Die betroffenen Zähne werden meistens empfindlich: Gegen Kälte, Wärme, Süßes, Saures und beim Zähneputzen.

200 Gramm. Nicht mehr!

Im schlimmsten Fall können die Nerven der betroffenen Zähne absterben, was unangenehme Folgen nach sich ziehen kann ...

Seien Sie also sanft zu Ihrem Zahnfleisch und zu Ihren Zähnen! Wie sanft? Das können Sie ganz einfach prüfen: Nehmen Sie eine Küchen- oder Briefwaage. Setzen Sie die Bürste auf und drücken Sie so, dass die Waage maximal 200 Gramm anzeigt. Und dann "merken" Sie sich diesen Druck. Mit so viel und nicht mehr sollten Sie künftig Ihre Zähne putzen, wenn Sie nicht mehr Schaden als Nutzen für sie anrichten wollen.

Wann und wie oft sollten Sie putzen?

Am besten natürlich nach jedem Essen, mindestens aber zwei Mal am Tag. Auf jeden Fall müssen Sie Ihre Zähne abends putzen. Warum? Weil sonst die Bakterien im Zahnbelag die ganze Nacht Zeit hätten, sich zu vermehren und ihr böses Werk zu tun.

Wann sollten Sie NICHT putzen?

Ja, das gibt es auch: Situationen, in denen Sie Ihre Zähne nach dem Essen nicht putzen sollten. Oder wenigstens nicht sofort nach dem Essen. Das ist dann der Fall, wenn Sie viel Saures gegessen haben: Äpfel, Orangen, Essiggurken, Jogurt, Salat mit saurem Dressing oder Ähnliches. Oder wenn Sie Fruchtsäfte getrunken haben. Und warum?

Säuren greifen die Zahnoberfläche an und erweichen sie. Wenn Sie die Zähne putzen, entfernen Sie damit auch eine dünne Schicht der Zahnoberfläche. Im Laufe der Zeit könnten Ihre Zähne dadurch stark abgenutzt werden. Jetzt kommt die gute Nachricht:

Ihr Speichel enthält Mineralien, die sich in die Zahnoberfläche einbauen und sie wieder hart und widerstandsfähig machen. Diesen Vorgang müssen Sie einfach abwarten und erst eine Stunde danach oder später Ihre Zähne putzen.

Kieferorthopädie in Homberg
Zahnarzt Markus Nolte

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